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15.2.2.1. Innen und außen

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INT.

Szenenüberschriften beginnen im Drehbuch fast immer mit einer klaren Information darüber, ob sich die Kamera innen oder außen befindet. Dafür werden international standardisierte Abkürzungen verwendet. Die wichtigste davon ist INT. für Interior, also Innenraum.

Mit INT. markierst du alle Szenen, die in einem geschlossenen Raum spielen. Entscheidend ist, wo sich die Kamera gedanklich befindet, nicht, ob draußen ein Fenster zu sehen ist. Eine Szene im Wartezimmer einer Arztpraxis bleibt also INT., selbst wenn durch die Glasfront die Straße zu sehen ist.

Eine typische deutsche Formatierung sieht etwa so aus:

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INT. ARZTPRAXIS – TAG

Hier erkennst du drei Informationen in einem Block: Art des Ortes (INT.), konkreter Ort (ARZTPRAXIS) und Zeitangabe (TAG). Das Kapitel zu „Ort“ und „Zeit“ behandelt die beiden anderen Teile im Detail, hier geht es ausschließlich um die Innen/Außen-Unterscheidung.

Wichtig ist die Konsistenz. Wenn du eine Location einmal als INT. einführst, solltest du sie nicht ohne Grund später als EXT. bezeichnen. Für Produktion und Motivsuche ist diese Angabe ein praktisches Werkzeug. Innen-Szenen haben andere Licht-, Ton- und Drehbedingungen als Außen-Szenen, deshalb müssen sie sauber getrennt werden.

Ein Sonderfall sind halboffene Räume wie Bushaltestellen mit Überdachung, Bahnsteige oder offene Hallen. Hier stellst du dir die Frage: „Erlebe ich diese Szene hauptsächlich als Innenraum oder als Außensituation?“ Ein Bahnsteig mit viel Wind, Zuglärm und Himmel im Bild wird meist als EXT. geführt, eine überdachte Markthalle mit Innenraum-Charakter eher als INT.

Regel: INT. verwendest du für alle Szenen, die die Kamera hauptsächlich in einem Innenraum verorten. Bleibe bei jeder Location in der gewählten Kategorie konsequent.

EXT.

EXT. steht für Exterior, also Außenraum. Alle Szenen im Freien, auf Straßen, Plätzen, Feldern, Dächern oder im Wald beginnen im Drehbuch in der Regel mit EXT. Beispiel:

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EXT. STADTSTRASSE – NACHT

Die Funktion ist dieselbe wie bei INT.: Du informierst alle Beteiligten schnell und eindeutig darüber, mit welcher Art von Drehbedingungen zu rechnen ist. Außen zu drehen bedeutet in der Praxis unter anderem wechselndes Licht, Wetterrisiken, mehr Umgebungsgeräusche und oft Genehmigungen. Deshalb ist für Produktion und Regie entscheidend, auf einen Blick zu sehen, wie viele EXT.-Szenen im Buch vorkommen.

Auch hier gilt: Es zählt die Perspektive der Kamera. Wenn du auf einem offenen Platz unter freiem Himmel drehst, ist das EXT., selbst wenn der Platz von Gebäuden umschlossen ist. Eine Szene auf einem Balkon oder Dach wird in der Regel ebenfalls als Außenraum behandelt, weil sie offen ist und den gleichen Produktionsanforderungen wie Außenmotive unterliegt.

Vermeide es, EXT. nur deshalb zu benutzen, weil man „irgendwie auch draußen etwas sieht“. Wenn deine Figuren sich klar in einem Zimmer aufhalten und du nicht planst, die Straße draußen zu inszenieren, bleibt es eine INT.-Szene. Die Außenwelt kann im Bild vorkommen, ohne dass der Schauplatz in der Szenenüberschrift zu EXT. wird.

Regel: EXT. steht für alle Szenen im Freien, bei denen die Außenbedingungen dramaturgisch und produktionstechnisch den Rahmen bestimmen.

INT./EXT.

Manchmal reicht die reine Innen- oder Außenangabe nicht, weil eine Szene beides umfasst oder fließend zwischen Innen und Außen wechselt. Dafür wird die kombinierte Form INT./EXT. verwendet.

Du nutzt INT./EXT. vor allem in zwei typischen Situationen.

Erstens, wenn sich die Szene von innen nach außen (oder umgekehrt) bewegt, ohne dass ein harter Szenenwechsel vorgesehen ist. Zum Beispiel:

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INT./EXT. HAUSTÜR – ABEND

Hier kann der Dialog im Türrahmen stattfinden, eine Figur steht drinnen, die andere draußen, oder die Kamera folgt den Figuren von der Wohnung auf die Straße, ohne dass du eine neue Szene mit eigener Überschrift beginnen möchtest. INT./EXT. signalisiert, dass der Ort als zusammenhängende räumliche Einheit behandelt wird.

Zweitens, bei Szenen rund um Fahrzeuge, bei denen Innenraum und Außenraum untrennbar zusammengehören. Ein Klassiker im Drehbuchformat ist:

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INT./EXT. AUTO – TAG

Hier kann die Kamera sowohl im Wageninneren bei den Figuren als auch außen auf der Straße sein, ohne dass jedes Mal eine neue Szenenüberschrift nötig ist. Für Lese- und Produktionspraxis genügt eine zusammengefasste Angabe, weil die Szene dramaturgisch als Einheit gedacht ist.

Du solltest INT./EXT. sparsam verwenden. Es ist ein Hilfsmittel für Situationen, in denen die Grenze zwischen Innen und Außen innerhalb einer einzigen inszenatorischen Einheit verläuft. Wenn klar getrennte Momente mit eigenem Rhythmus und eigener Zeitstruktur vorliegen, ist es meist sauberer, zwei Szenen daraus zu machen, zum Beispiel:

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INT. WOHNZIMMER – TAG
[...]
EXT. BALKON – TAG

So bleibt die Struktur deines Drehbuchs übersichtlich, und die Produktion kann genauer planen, welche Einstellungen wo gedreht werden.

Regel: INT./EXT. verwendest du nur dann, wenn eine Szene organisch über die Grenze von innen zu außen verläuft oder beide Bereiche gleichzeitig Teil eines einheitlichen Schauplatzes sind. In allen anderen Fällen trennst du Innen und Außen in eigene Szenen.

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