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15.3.1. Sprecher

Figurenname

Der Sprechername steht im Drehbuch immer über dem Dialogblock und ist vollständig in Großbuchstaben geschrieben. Das gilt unabhängig von der Schreibweise im Fließtext oder in der Synopsis. In der Handlung heißt es vielleicht „Anna setzt sich ans Steuer“, in der Dialogzeile steht darüber jedoch „ANNA“.

Im Standardformat steht der Sprechername zentriert oder leicht eingerückt in einer eigenen Zeile. Er dient der schnellen Orientierung für Schauspieler, Regie und Schnitt und muss deshalb auf den ersten Blick lesbar und eindeutig sein. Vermeide Spitznamen-Varianten im Wechsel. Wenn du eine Figur im Dialog als „MAMA“ bezeichnest, sollte sie im gesamten Drehbuch nicht abwechselnd „MUTTER“, „MAMI“ oder mit ihrem Vornamen als Sprecher markiert werden, außer es hat eine klare dramaturgische Funktion.

Für kleinere, funktionale Rollen kannst du Funktionsbezeichnungen statt bürgerlicher Namen verwenden, zum Beispiel „KELLNER“, „SECURITY“, „FAHRER“. Wichtig ist die Konsistenz. Wenn du dich einmal für „KELLNERIN“ entschieden hast, nutze nicht später „BEDIENUNG“ für dieselbe Figur.

Sonderfälle wie „TV-SPRECHER“, „RADIOSTIMME“ oder „NACHRICHTENSPRECHER“ werden ebenfalls in Großbuchstaben geschrieben und wie normale Sprecher behandelt, auch wenn sie nur aus einem Off gehört werden. Wenn mehrere Figuren gleichzeitig sprechen sollen, kann in manchen Formaten der gleiche Sprechername mit dem Zusatz „(ALLE)“ oder mehrere Namen nebeneinander verwendet werden, die Formatdetails hängen aber von der üblichen Praxis in deinem Zielmarkt ab.

Wichtige Regel:
Sprechername immer in Großbuchstaben, immer identisch geschrieben und in jeder Dialogzeile gleich formatiert.

erste Einführung

Die erste Einführung einer Figur in der Handlungsbeschreibung ist der Moment, in dem du entscheidest, wie sie als Sprecher im ganzen Drehbuch heißen wird. In der Regel wird der Name bei der ersten Erwähnung in der Handlung ebenfalls in Großbuchstaben geschrieben, zum Beispiel: „ANNA, Mitte 30, in Arbeitskleidung, hetzt die Treppe hinunter.“ Damit markierst du für Leser und Produktion, dass hier eine wiederkehrende Figur eingeführt wird.

Bei der ersten Dialogzeile dieser Figur verwendest du denselben Namen als Sprecher. Wenn du sie in der Handlung „ANNA“ nennst, darf der Sprechername nicht „FRAU MEYER“ sein, es sei denn, du erklärst und etablierst diese Doppelbezeichnung bewusst. Für absolute Anfänger ist es einfacher, bei einer Variante zu bleiben: was in der Handlung als Name eingeführt ist, wird identisch als Sprecher genutzt.

Bei sehr kleinen Figuren entscheidest du direkt bei der ersten Erwähnung, ob sie einen Eigennamen benötigen. Wenn ein Taxifahrer nur einmal einen Satz sagt, reicht meist „TAXIFAHRER“ als Sprecher. Sobald eine Figur jedoch für Handlung oder emotionale Wirkung wichtig ist, lohnt sich ein individueller Name, weil er die Rolle klarer und merkbarer macht.

Ein häufiger Anfängerfehler ist, eine Figur in der Handlung zunächst nur über eine Beschreibung einzuführen, etwa „eine Frau“, und ihr erst später einen Namen zu geben, während sie bereits spricht. Besser ist es, sie bei der ersten relevanten Szene konkret zu benennen, damit der Leser nicht rätseln muss, wer da spricht. Wenn du aus dramaturgischen Gründen eine Figur bewusst anonym halten willst, sollte auch das konsequent im Sprecher-Namen sichtbar werden, etwa „MASKIERTE PERSON“.

wiederkehrende Figuren

Wiederkehrende Figuren brauchen eine eindeutige, unveränderte Sprecherbezeichnung durch das ganze Drehbuch. Jede Variation kann in der Produktion zu Verwirrung führen, weil Rollenbesetzung, Disposition und Drehorganisation stark an diese Namen gekoppelt sind.

Einmal festgelegt, bleibt der Sprechername bestehen, selbst wenn sich der Status der Figur ändert. Wird aus „POLIZIST“ im Laufe der Geschichte eine nahestehende Figur mit privatem Verhältnis zur Hauptfigur, kannst du das im Dialog und in der Handlung erzählen, solltest aber sehr gut überlegen, ob du mitten im Drehbuch von „POLIZIST“ auf „TOM“ als Sprecher umstellst. Wenn du diese Veränderung nutzt, um einen Wendepunkt oder eine neue Beziehung deutlich zu machen, musst du den Übergang sehr sauber markieren, zum Beispiel indem du „POLIZIST TOM“ einführst, bevor du später nur noch „TOM“ verwendest.

Bei Figuren mit mehreren Identitäten oder Tarnnamen ist es sinnvoll, eine interne Konsistenz zu halten. Für die Produktion ist es oft praktischer, im Sprecher immer den „wahren“ Namen zu benutzen und Tarnnamen nur im Dialog selbst auftauchen zu lassen. Für bestimmte Genres wie Thriller oder Mystery kann es dramaturgisch reizvoll sein, den Sprecher-Namen mit der Täuschung zu verbinden, etwa „MANN IM ANZUG“, der erst ganz am Ende in der Handlungsbeschreibung als „SEBASTIAN“ enthüllt wird. In solchen Fällen musst du besonders auf Klarheit für den Leser achten, damit die Überraschung funktioniert, ohne vorher für Verwirrung zu sorgen.

Wenn dieselbe Figur in unterschiedlichen Zeiten oder Altersstufen auftritt, wird in vielen Drehbüchern mit Zusätzen gearbeitet, zum Beispiel „JUNGE ANNA“ und „ERWACHSENE ANNA“. Diese Zusätze werden konsequent in allen Sprecherzeilen verwendet, damit klar ist, welche Version der Figur spricht.

Merke:
Wiederkehrende Figuren behalten über das gesamte Drehbuch hinweg denselben klar definierten Sprecher-Namen. Jede Änderung muss dramaturgisch begründet und deutlich erkennbar sein, nie zufällig.

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