32.9.3. Pitch
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Elevator Pitch
Ein Elevator Pitch ist eine extrem verdichtete, mündliche Kurzvorstellung deines Projekts, die ungefähr so lange dauert wie eine kurze Aufzugsfahrt, also etwa 30 bis 60 Sekunden. In dieser Zeit soll dein Gegenüber verstehen, worum es in deiner Geschichte geht, warum sie besonders ist und warum sie emotional trägt.
Stelle dir vor, du triffst zufällig eine Produzentin, Redakteurin oder Förderreferentin und sie sagt: „Sie haben eine Minute. Worum geht es in Ihrem Film?“ Genau für diesen Moment bereitest du deinen Elevator Pitch vor.
Ein zweiter wichtiger Punkt: Ein Elevator Pitch ist keine Inhaltsangabe von Anfang bis Ende, sondern eine dramaturgisch zugespitzte Verführung. Du präsentierst Kernidee, Figur, Konflikt und Emotion so, dass dein Gegenüber mehr wissen will.
Ein Elevator Pitch beantwortet auf engstem Raum klar und konkret:
- Wer ist die Hauptfigur?
- Was will sie dringend erreichen oder vermeiden?
- Was steht ihr im Weg?
- Was steht auf dem Spiel, wenn sie scheitert oder gewinnt?
- Was macht diese Geschichte besonders?
Für die Vorbereitung hilft es, vor dem eigentlichen Pitch einen einzeiligen Kern zu formulieren, eine Art komprimierte Logline in gesprochener Form. Danach ergänzt du je nach Zeit um ein, zwei Sätze zu Ton, Genre oder Besonderheit der Welt.
Typische Fehler sind abstrakte Formulierungen, etwa „Es geht um Liebe und Identität“, ohne konkrete Situation oder Figur, sowie zu viele Nebeninformationen wie lange Vorgeschichten, sekundäre Figuren oder Produktionsdetails. Halte dich an das, was den dramatischen Kern deines Stoffes ausmacht.
Ein praktischer Übungsrahmen für einen Elevator Pitch kann so aussehen: Ein Satz zur Ausgangssituation und Figur, ein Satz zum zentralen Konflikt und Ziel, ein Satz zu Stakes und Besonderheit. Spreche ihn laut und stoppe die Zeit, bis er flüssig in unter einer Minute funktioniert.
mündlicher Pitch
Ein mündlicher Pitch ist die ausführlichere, meist geplante Präsentation deiner Geschichte in einem Gespräch, einem Meeting oder vor einer kleinen Runde. Im Gegensatz zum Elevator Pitch hast du hier mehr Zeit, typischerweise 5 bis 15 Minuten, und kannst Story, Figuren, Welt und Ton entfalten.
Ein mündlicher Pitch folgt einer klaren Dramaturgie. Du führst dein Gegenüber durch die wesentlichen Stationen deines Projekts, ohne ins Szene-für-Szene-Nacherzählen zu verfallen. Ziel ist, dass die Zuhörer das Projekt verstehen, sich Bilder vorstellen können und emotional mitgehen.
In der Vorbereitung arbeitest du mit einem groben Ablauf, der du dir wie ein kleines, gesprochenes Treatment vorstellst. Du brauchst keinen ausformulierten Text auswendig zu lernen. Stattdessen entwickelst du stabile Ankerpunkte, zwischen denen du frei sprechen kannst: Einstieg, Vorstellung von Genre und Ton, kurze Einführung in Welt und Ausgangssituation, dann Protagonist, zentrales Ziel, Hauptkonflikt, wesentliche Wendepunkte und Art des Finales.
Entscheidend beim mündlichen Pitch ist nicht nur der Inhalt, sondern auch die Präsentationsweise:
- Sprich in klaren, einfachen Sätzen und vermeide Fachjargon.
- Halte den Spannungsbogen: Zuspitzung statt Aufzählung.
- Bleib bei einer Perspektive: Folge konsequent deinem Protagonisten.
- Zeige deine eigene Begeisterung, ohne zu übertreiben.
Für absolute Anfänger ist es hilfreich, den Pitch zunächst in Stichwortform aufzuschreiben und laut zu üben, bis du ohne auf das Papier zu schauen sprechen kannst. Achte beim Üben darauf, wann dein eigener Enthusiasmus nachlässt. Oft ist das ein Hinweis auf Längen oder irrelevante Details.
Ein mündlicher Pitch sollte außerdem deutlich machen, dass du dir über das Format Gedanken gemacht hast: Spielfilm oder Serie, voraussichtliche Länge oder Staffelkonzept, grobes Genre. Du erzählst nicht nur eine Geschichte, du präsentierst auch ein erzählbares, produzierbares Projekt.
Wichtig ist, wie du auf Nachfragen reagierst. Dein Pitch ist kein Monolog, der unbeeindruckt durchgezogen wird, sondern der Einstieg in ein Gespräch. Höre zu, antworte konkret und defensiviere dich nicht sofort bei kritischen Rückfragen. Häufig interessiert dein Gegenüber sich für Thema, Zielgruppe, Vergleichstitel oder mögliche Budgetdimensionen. Diese Aspekte solltest du vorab in ein paar klaren Sätzen denken können, auch wenn der Schwerpunkt des Pitches immer die Geschichte bleibt.
Pitch Deck
Ein Pitch Deck ist ein visuelles Dokument, das dein Projekt auf wenigen Seiten übersichtlich präsentiert. Es begleitet oder ersetzt den mündlichen Pitch, wird per E-Mail verschickt oder in Meetings gezeigt und hilft Entscheidungsträgern, sich schnell ein Bild von Story, Figuren und Welt zu machen.
Typischerweise besteht ein Pitch Deck aus einzelnen Folien oder Seiten, die klar strukturiert sind: Titel und Basisinfos, eine starke Logline, kurze Inhaltszusammenfassung, Beschreibung der wichtigsten Figuren, Erläuterung von Ton, Thema und visueller Welt. In der Regel enthält ein Pitch Deck auch Bilder, etwa Mood-Fotos, Farbpaletten oder Referenzstills, die die Atmosphäre spürbar machen.
Ein gutes Pitch Deck folgt drei Grundregeln:
- Klarheit: Jede Seite hat eine klare Funktion und eine zentrale Aussage.
- Kürze: Nur die wichtigsten Informationen, kein vollständiges Treatment.
- Visualität: Bilder unterstützen das Verständnis von Welt und Ton.
Für dein Abschlussprojekt genügt eine reduzierte Form eines professionellen Pitch Decks. Eine sinnvolle Seite-Abfolge kann sein: Projektseite mit Titel, Format und Genre, eine Seite mit Logline und sehr kurzer Prämisse, eine Seite mit knapper Synopsis, eine Seite mit Hauptfigur(en) und Konflikt, eine Seite zu Thema und Ton und eine bis zwei Seiten mit visuellen Referenzen zur Welt oder zum Stil.
Wichtig ist, dass Textblöcke kurz bleiben. Schreibe in knappen Absätzen oder klaren, vollständigen Sätzen, aber vermeide dichte, seitenlange Textwände. Stelle dir vor, jemand überfliegt dein Deck in wenigen Minuten: Nach dieser kurzen Zeit soll die Person Kernidee, zentrale Figur, Konflikt und Atmosphäre verstanden haben.
Bilder im Pitch Deck müssen nicht deine spätere tatsächliche Bildgestaltung eins zu eins vorwegnehmen, sie dienen als Stimmungsreferenz. Du kannst frei verfügbare Mood-Bilder nutzen, solltest aber keine fremden Werke so verwenden, dass sie als fertiges Design oder konkretes Casting missverstanden werden. Dein Ziel ist, eine Vorstellung der Welt zu geben, nicht ein verbindliches Production Design zu versprechen.
Denke schließlich daran, dass Pitch Deck, Elevator Pitch und mündlicher Pitch zusammenarbeiten. Der Elevator Pitch weckt in Sekunden Interesse. Der mündliche Pitch erzählt die Geschichte lebendig. Das Pitch Deck bleibt zurück und dokumentiert das Projekt so, dass andere es intern weiterempfehlen und diskutieren können.
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