29.2.1. Aufbau
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Hook
Ein Elevator Pitch ist eine extrem komprimierte mündliche Zusammenfassung deiner Geschichte. Der Hook ist darin der erste Satz oder Halbsatz, der sofort ein Bild im Kopf erzeugt und Neugier weckt. Er konzentriert sich auf das stärkste Element deines Stoffes: das ungewöhnliche Szenario, die radikale Ausgangssituation oder die zentrale Frage.
Statt allgemein zu erzählen, worum es „so ungefähr“ geht, formulierst du beim Hook eine klare, prägnante Idee, die man sich merken kann. Du vermeidest Nebensätze und Erklärungen und zielst auf einen einzigen, markanten Gedanken. Typische Ansatzpunkte für einen Hook sind etwa: eine extreme Situation („Ein blinder Pianist wird Hauptzeuge eines Verbrechens“), eine klare Umkehrung („Ein Profi-Betrüger wird zum Ermittler gegen Betrüger“), oder ein drastischer Konflikt in einem vertrauten Setting („In einer Kleinstadt ist jeder abhängig von einer einzigen Familie“).
Der Hook muss in EINEM knappen Satz ein klares Bild, eine Situation oder Frage erzeugen, die sofort neugierig macht.
Um deinen Hook zu testen, kannst du prüfen, ob jemand nach einem Satz in etwa versteht, „worum es geht“, und ob er nachfragt. Wenn du dafür schon mehrere Sätze brauchst, ist der Hook noch nicht fokussiert genug.
Figur
Nach dem Hook führst du im Elevator Pitch schnell die zentrale Figur ein. Der Zuhörer muss wissen, wem er folgen soll. Dabei reicht meist eine Kombination aus Rolle und einem charakteristischen Merkmal. Du brauchst an dieser Stelle keine komplette Biografie, sondern eine verständliche Verortung: „eine überforderte alleinerziehende Mutter“, „ein idealistischer junger Anwalt“, „eine pragmatische Schrottplatzbesitzerin“.
Wichtig ist, dass Figur und Hook direkt zusammenpassen. Der Typ Mensch, den du vorstellst, sollte die Situation des Hooks spannender machen, nicht austauschbar wirken. Ein Pitch gewinnt, wenn die Figur bereits im Satzbau aktiv wird: statt „Es geht um eine Welt, in der …“ eher „Ein ängstlicher Buchhalter entdeckt, dass …“. So signalisierst du sofort, dass deine Figur handelt, Entscheidungen trifft und nicht nur von Ereignissen überrollt wird.
Nenne im Elevator Pitch immer eine konkrete Hauptfigur und formuliere sie so, dass man ihre Rolle und Haltung in einem kurzen Ausdruck erkennt.
Wenn du mehrere wichtige Figuren hast, konzentrierst du dich im Elevator Pitch trotzdem auf eine Perspektive. Nebenfiguren kannst du in Sammelbegriffen andeuten, zum Beispiel „seine entfremdete Tochter“ oder „ihre chaotische WG“.
Konflikt
Der Kern des Elevator Pitch ist der zentrale Konflikt. Er verbindet Hook und Figur zu einer spannenden Frage: Was steht dieser Figur im Weg, und was steht für sie auf dem Spiel? Ein Pitch ohne klaren Konflikt wirkt beliebig, selbst wenn Idee und Figur interessant sind.
Im Elevator Pitch formulierst du den Konflikt möglichst konkret und aktiv. Statt abstrakten Schlagworten wie „mit seinen Dämonen kämpfen“ beschreibst du, was praktisch geschieht: „muss einen Mann verteidigen, von dessen Schuld er überzeugt ist“. Der Konflikt besteht immer aus Ziel plus Hindernis. Beides sollte im Pitch klar benennbar sein, auch wenn du nicht jedes Detail erklärst.
Eine einfache, aber hilfreiche Struktur ist: „Wenn [Ereignis / Hook], muss [Figur] [Ziel], obwohl / während [zentrales Hindernis oder Gegenspieler].“ Zum Beispiel: „Nachdem eine Lehrerin zufällig ein Attentat verhindert, muss sie untertauchen, während der Geheimdienst sie als Sicherheitsrisiko jagt.“ Diese Form zwingt dich dazu, eine konkrete Problemkonstellation zu formulieren.
Ein funktionierender Elevator Pitch benennt immer ein konkretes Ziel der Figur und ein klares Hindernis, das dieses Ziel bedroht.
Zusätzlich kannst du die Stakes andeuten, also die Konsequenzen des Scheiterns, etwa durch Formulierungen wie „sonst verliert sie …“, „bevor … geschieht“ oder „um nicht … zu riskieren“. Das erhöht die Dringlichkeit, ohne den Pitch zu überladen.
Besonderheit
Zum Schluss braucht dein Elevator Pitch ein Element, das klar macht, warum diese Geschichte genau so nur einmal existiert. Die Besonderheit ist der Unterschied zu ähnlichen Stoffen: eine spezielle Welt, eine ungewöhnliche Kombination, ein frischer Blickwinkel, eine thematische Zuspitzung oder ein formaler Trick.
Du musst diese Besonderheit nicht als eigenes Kapitel im Pitch ansagen, sie sollte organisch in Hook, Figur und Konflikt eingebaut sein. Wenn du sie isoliert formulieren willst, kannst du mit kurzen Zusätzen arbeiten wie „in einer Welt, in der …“, „doch sie darf niemals verraten, dass …“, „allerdings nur in Form eines Podcasts, den niemand ernst nimmt“. Entscheidend ist, dass man nach deinem Pitch nicht nur versteht, worum es geht, sondern auch, warum es sich von anderen Geschichten des Genres abhebt.
Ein hilfreicher Test lautet: Kann jemand nach deinem Elevator Pitch deine Geschichte mit einem Satz von anderen Projekten unterscheiden, zum Beispiel „Das ist der Thriller, in dem …“ oder „Das ist die Liebesgeschichte zwischen … in …“? Wenn nicht, fehlt der prägnante Unterschied noch.
Die Besonderheit deiner Geschichte muss im Elevator Pitch klar erkennbar sein, sonst klingt der Pitch austauschbar, selbst wenn er formal korrekt aufgebaut ist.
Im Idealfall ergibt sich die Besonderheit aus einer markanten Kombination aller vier Bausteine: Ein starker Hook, eine unverwechselbare Figur, ein klarer Konflikt und ein eigener Dreh, der genau diese Konstellation einzigartig macht.
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- ☰ 13.3. Visuelle Charakterisierung
- ☰ 13.3.1. Kleidung
- ☰ 13.3.2. Umgebung
- ☰ 13.3.3. Verhalten
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- ☰ 13.4.2. Symbolische Requisiten
- ☰ 13.4.3. Setup und Payoff
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